Kino

Oliver Hirschbiegel dreht Film über Lady Dianas Liebe

Es ist ja nun nicht so, dass es zu wenig Lady-Di-Filme gäbe.

Ein kurzer Blick in die Filmgeschichte zeigt, dass sie bereits in 30 Filmen von 25 Darstellerinnen verkörpert wurde, die Hälfte davon noch zu ihren Lebzeiten. Die Zahl zeigt aber auch, dass die definitive noch nicht gefunden wurde. Das ist ein wenig wie mit Marilyn Monroe, die erst dieses Jahr, mit Michelle Williams in "My Night with Marilyn", ein im Gedächtnis bleibendes Zweitgesicht fand. Vielleicht ist es jetzt auch für Prinzessin Diana so weit. Naomi Watts, die sich schon gegen King Kong zu wehren wusste, nimmt den Kampf gegen das System Windsor auf. Seit einigen Tagen laufen in Kroatien die Dreharbeiten zu "Diana", danach zieht der Filmtross noch nach Mosambik, Südfrankreich, Paris, Pakistan, London und Südengland.

"Diana" sollte ursprünglich von Jessica Chastain gespielt werden, die im vergangenen Jahr ihren großen Durchbruch schaffte in "The Tree of Life". Chastain jedoch ist momentan über alle Maßen beschäftigt. Sie ist 34 Jahre alt, genau das Alter, das Diana hatte, wenn der Film einsetzt: als sie sich die - angeblich - große Liebe ihres Lebens trifft, den britisch-pakistanischen Herzchirurgen Dr. Hasnat Khan. Zwei Jahre war sie mit ihm zusammen, und ihre Affäre mit Dodi Fayed, sagen Eingeweihte, sei sie nur eingegangen, um Khan eifersüchtig zu machen. Watts ist 43, sieht aber auf den ersten offiziellen Fotos Diana sehr ähnlich.

Die Überraschung des Projektes ist der Regisseur: Oliver Hirschbiegel, international bekannt geworden mit seinen Filmen "Das Experiment" und "Der Untergang". Beide handelten jeweils von nach außen abgeschlossenen Lebenswelten, einem Gefängnis und Hitlers Bunker; nun gesellt sich als drittes das Haus Windsor dazu.

Interessanterweise wurde parallel zu der "Diana"-Nachricht bekannt, dass man einen anderen Film über sie nie zu Gesicht bekommen soll. "Unlawful Killing" war vor zwei Monaten bei den Filmfestspielen in Cannes einigen Verleihern gezeigt worden; die Dokumentation von Keith Allen suggeriert, dass bei ihrem Tod "dunkle Kräfte" am Werk gewesen seien. Finanziert wurde das 2,5-Millionen-Dollar-Projekt von Dodis Vater Mohamed Al Fayed. Schon in der Fassung, die in Cannes zu sehen war, soll es mehr als 80 Schnitte gegeben haben, um eine Aufführung in Großbritannien zu ermöglichen. Jetzt ist der Film endgültig in einen Tresor eingeschlossen worden, er sei unaufführbar, heißt es, denn keine Versicherung wolle das Risiko von Klagen des Hauses Windsor gegen ihn tragen.