Finanzierung

Literaturarchiv in Marbach verliert Johnson-Nachlass

Herber Verlust für das Deutsche Literaturarchiv in Marbach.

Das Autorenarchiv des Schriftstellers Uwe Johnson (1934-1984) muss an die Universität Rostock abgegeben werden. Marbach könne die Übernahme jetzt nicht finanzieren, bestätigte der Direktor des Hauses, Ulrich Raulff, im Deutschlandradio Kultur. "Liebend gerne" hätte er das Archiv dieses "Jahrhundertautors" in Marbach behalten. Es sei aber "nicht integraler Teil der Archive von Suhrkamp und Insel, um die es uns in erster Linie ging". Das Johnson-Archiv war 2009 zusammen mit den Archiven von Suhrkamp und Insel sowie dem Siegfried-Unseld-Archiv nach Marbach gekommen.

Der Unternehmer Ulrich Fries hat das Johnson-Archiv von der Peter Suhrkamp Stiftung (nicht vom Verlag) übernommen. Dies ermögliche, dass es der Uni Rostock und der Uwe-Johnson-Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erschließung zur Verfügung stehe. Das Johnson-Archiv sei in Rostock sicher gut aufgehoben, betonte Raulff. Johnson (Autor von "Jahrestage", "Mutmaßungen über Jakob" und "Zwei Ansichten") hatte dort Germanistik studiert, an der Uni gibt es eine Johnson-Stiftungsprofessur. Nach Angaben aus Marbach besteht der Nachlass aus 111 Archivkästen mit Manuskripten, Korrespondenzen und Materialien. Dazu kommt eine 7900 Bände umfassende Arbeitsbibliothek sowie Einrichtungs- und Erinnerungsgegenstände aus seiner Wohnung in Sheerness-on-Sea (Großbritannien).