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Berliner Studenten räumen beim Filmfest in München ab

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Til Biermann

Das Werk "Staub auf unseren Herzen" von aufstrebenden Filmemachern der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) wurde mit 22.000 Euro größtenteils in einer Privatwohnung gedreht - Dogma-Style.

Es ist ein Generation-30-Film über eine Mutter, die immer noch finanziell abhängig von ihrer Erzeugerin ist und sich im Laufe der Handlung gegen die Übermutter auflehnt. Der Film ging beim Filmfest in München als Underdog ins Rennen, gewann am Wochenende aber vollkommen überraschend gegen finanzkräftige Mitbewerber zwei der vier Förderpreise: Den mit 30.000 Euro dotierten Regiepreis für Hanna Doose und den 20.000 Euro schweren Produzentenpreis für David Keitsch und Ben von Dobeneck.

Das Team hatte erst im Juni erfahren, dass es in München in der Reihe "Neues Deutsches Kino" an den Start gehen würde, was an sich schon ein großer Erfolg war. "Dann haben wir bei der Teampremiere mit 350 Leuten gemerkt, dass der Film die Menschen erreicht, auch jene, die nicht unbedingt von uns abhängig waren. Da hatten wir schon ein gutes Gefühl", erzählt Jungproduzent David Keitsch. Bei der Münchener Uraufführung bestätigte sich dann der erste Eindruck, es gab langen Applaus, am Tag darauf folgte eine lobende Rezension in der "Süddeutschen Zeitung".

Der Underdog-Status wurde so im Laufe der Filmfest-Woche schon zu einer kleinen Favoritenrolle, die jungen Berliner erhofften sich Chancen auf einen der Preise. "Aber dass wir dann am Samstag zwei der vier Hauptpreise gewannen, war schon fast unwirklich", sagt Keitsch. "Und der absolute Höhepunkt war, dass wir dann auch noch den Publikumspreis gewannen. Das zeigt, dass der Film auch bei den Zuschauern ankommt und nicht nur bei der Fachjury." Die Preise sind für das Film-Team auch deshalb wichtig, da sie die Hälfte des Budgets privat aufbrachten. Das Arbeiten mit geringsten Mitteln fand dann auch in der Preis-Begründung der Jury Niederschlag: "Es gelingt, mit sparsamen, aber höchst wirkungsvollen Mitteln den Zuschauer zu fesseln und in die Handlung hineinzuziehen", so das Urteil.

"Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht, das kann man aber nur einmal im Leben machen. Denn wir können nicht wieder ein Jahr umsonst arbeiten", erklärt Produzent David Keitsch. Das Team hofft jetzt, dass ihm mit dem Erfolg eine Tür geöffnet wurde - denn das nächste Projekt sollte finanziert sein.