Krimi II

Shug verbringt einen heißen Sommer in Missouri

Wenn Glenda mit ihrem Sohn Shug spricht, hängt sie an viele Sätze ein Sweet Mister an. Sie sagt: "Wenn du in dieser Welt hier aufwachst, Sweet Mister, musst du hell wach sein."

Shug ist 13, und er ist wach genug zu wissen, dass seine Mutter keinen Tee aus der Thermoskanne trinkt, sondern Rum mit Cola. Shugs Vater Red sagt "Fettarsch" zu ihm, es ist nicht sicher, ob er der Vater ist. Die Drei schlagen sich durch einen heißen Sommer in Missouri, sie wohnen neben dem Friedhof, und Shug lernt das schlechte Leben kennen. Nicht alles, was passiert, gesteht Shug als Erzähler sofort. Daniel Woodrell, Jahrgang 1953, verfügt über die Gabe, mit Lakonie und Trockenheit auf ein schlechtes Ende zuzusteuern. Er meißelt seine Sätze in Stein, ist zugleich voller Hingabe und innerer Verzweiflung, auch wenn Shug das anders sähe.

Daniel Woodrell: Der Tod von Sweet Mister. A. d. Eng. von Peter Torberg. Liebeskind, München. 192 S., 16,90 Euro.