Interview

"Das wäre beinahe ins Auge gegangen"

Nachmachen verboten: Moderator Wigald Boning über die Gefahren der Science-Comedy

Der Komiker und Moderator Wigald Boning ("RTL Samstag Nacht") darf wieder einmal sein Talent zur Sachbeschädigung in den Dienst der TV-Unterhaltung stellen. "Nicht nachmachen!" heißt die neue Science-Comedy, mit der das ZDF ab dem 29. Juni die Sommerpause der "Heute-Show" überbrückt. Antje Hildebrandt sprach mit ihm.

Berliner Morgenpost:

Herr Boning, Sie klingen heiser. Leiden Sie noch immer an einer Rauchvergiftung?

Wigald Boning:

Nein, die Rauchvergiftung ist weg. Sie war auch nicht so schlimm, dass ich deshalb ins Krankenhaus gemusst hätte. Ich habe eine Nacht lang herumgehustet und mit meiner Unfähigkeit gehadert, anaerob zu moderieren.

Sie haben sich diese Rauchvergiftung bei den Dreharbeiten für eine neue Comedy zugezogen. Was ist passiert?

Wir haben ein Silvesterfeuerwerk im Wohnzimmer eines abrissreifen Hauses abgefackelt, das die Produktionsfirma für die Sendung angemietet hatte. Eine Rakete durchschlug die Zimmerdecke. Am selben Tag haben wir noch 200 Liter Sahne mit einem Diesel-Außenbordmotor steif geschlagen. Der Rauch war wohl zu viel für meine Lungen.

Das ZDF hat aus den Warnungen auf Gebrauchsanweisungen eine Sendung gestrickt: "Nicht nachmachen". Vorbild ist ein norwegisches Format. Haben Sie sich das mal angesehen?

Ja, das habe ich mir angesehen - und gleich gesagt: Wenn das in Deutschland gedreht wird, würde ich gerne mitmachen. Wir alle sind ja mit Verboten aufgewachsen. Jetzt habe ich als Mittvierziger die Gelegenheit, nachträglich dagegen zu verstoßen - noch dazu auf kontrollierter Arbeitsbasis mit einem netten Kollegen. Besser geht es nicht.

Warum hat sich der Sender gerade Sie und Bernhard Hoecker als Versuchskaninchen ausgesucht?

(hähähä) Ja, was soll ich dazu sagen? Durch unsere gemeinsamen Auftritte in der Rate-Show "Genial daneben" wussten wir, dass wir uns gut ergänzen. Wir haben beide eine assoziative Vorgehensweise, aber während ich eher der künstlerisch-durchgeknallte Typ bin, ist er knallhart wissenschaftlich.

Gab es denn Experimente, vor denen Sie Bammel hatten?

Nein, es gab aber Experimente, die beinahe schiefgegangen wären. Ich habe zum Beispiel mit einem alten Kobalt-Staubsauger glühende Kohlen aufgesaugt. Es kam planmäßig zu einer Verpuffung, allerdings ging die Stichflamme nach oben heraus. Das wäre beinahe ins Auge gegangen.

Als Moderator der Sat.1-Sendung "Clever!" haben Sie ja schon vor einigen Jahren gezeigt, wie man in ein Plumpsklo greift, ohne sich die Arme nass zu machen. War das ein gutes Training für "Nicht nachmachen"?

Soweit ich mich erinnere, musste man den Arm vorher in Babypuder tauchen. So weit ins Feinstoffliche sind wir bei "Nicht nachmachen!" nicht gegangen.

Wann haben Sie zum ersten Mal gemerkt, dass Sie komisch sind?

Ich habe das erst gemerkt, als ich 1991 mit Kollegen einen Dokumentarfilm über den Tag der Währungsunion gedreht habe, Titel: "Der geile Osten". Daraufhin kriegte ich Angebote für lustige Sendungen ...

... wie "RTL Samstag Nacht", die Mutter der TV-Comedy. Warum fand man Sie komisch?

Das frage ich mich auch. Mir ging es in dem Film nur darum, originelle Gespräche zu führen. Das wurde mir aber als komödiantisches Talent ausgelegt.