Doppelausstellung

Er will doch nur stimulieren: Jeff Koons in Frankfurt

Er ist einer der teuersten und zugleich umstrittensten lebenden Künstler: Jeff Koons, Jahrgang 1955.

89 seiner teils riesigen knallbunten Skulpturen und großformatigen Gemälde sind in diesem Sommer in Frankfurt zu sehen. Die Doppelausstellung in der Kunsthalle Schirn am Römerberg und in der Skulpturensammlung Liebieghaus am Museumsufer zeigt den Maler und den Bildhauer Koons vom 20. Juni bis 23. September an zwei verschiedenen Orten.

Zusammen bildeten die beiden Schauen die wohl bisher größte Jeff-Koons-Ausstellung überhaupt, sagte der Direktor beider Häuser, Max Hollein, bei der Vorbesichtigung am Dienstag. In der Schirn hängen die Bilder alleine in einer langen weißen Galerie, im Liebieghaus sind die Skulpturen mitten zwischen den antiken, mittelalterlichen, barocken Plastiken platziert - ein kuratorischer Geniestreich, der überraschende Dialoge über die Jahrhunderte hinweg auslöst.

Koons, der die Doppelschau zusammen mit drei Kuratoren zwei Jahre lang vorbereitet hat, widersprach dem Vorwurf, seine Arbeiten seien kitschig oder ein wenig banal: "Das sind Begriffe des Urteilens. Ich glaube nicht an Urteile." Seine Arbeiten hingegen seien ein Plädoyer für das Aufheben von Werturteilen. "Meine Werke sollen den Betrachter aufregen und stimulieren." Er mache Kunst im Gedanken an "den Moment, an dem wir auf dem Sterbebett liegen und unseren letzten Atemzug tun". An diesem Punkt dächten viele: "Hätte ich mir nur die Freiheit genommen...".