Medien

Kraft: ARD und ZDF sollen im Internet mehr bieten

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) dringt auf einen spürbaren Ausbau der Internetangebote von ARD und ZDF.

"Die künftigen Beitragszahler sollen das öffentlich-rechtliche Angebot jederzeit und überall auf stationären und mobilen Endgeräten abrufen können", sagte Kraft am Montag in einer medienpolitischen Grundsatzrede bei der Eröffnung des Medienforum.NRW in Köln. "Es ist nicht einleuchtend, dass viele dieser Angebote nach sieben Tagen aus dem Netz genommen werden müssen." Im nächsten Jahr werden die Rundfunkgebühren von einem Beitragsmodell abgelöst, nachdem jeder Haushalt zahlen muss. Kraft forderte, die Kosten stabil zu halten und Werbung langfristig aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verbannen. Die Gebühr soll wie bisher bei monatlich 17,98 Euro bleiben. Kraft stellte die sechs Digitalprogramme von ARD und ZDF infrage. "Ich glaube, dass man dort zu einer Konzentration kommen kann und muss."

Mit ihrem Vorstoß schnitt Kraft ein umstrittenes Thema an. Die öffentlich-rechtlichen Sender liefern sich seit einem Jahr einen Streit mit Zeitungsverlegern über die "Tagesschau"-App, ein Internetangebot für Smartphones und Tablet-Computer. Acht Zeitungsverlage hatten im Juni 2011 gegen ARD und NDR Klage eingereicht. Sie sehen in der kostenlosen "Tagesschau"-App eine zu "textlastige" Berichterstattung und beklagen durch die gebührenfinanzierten Angebote einen unfairen Wettbewerb.