Literatur

Joyce-Fans feiern rechtefreien Bloomsday

Verehrer des irischen Schriftstellers James Joyce haben am Sonnabend traditionell den Bloomsday begangen, in Erinnerung an den Romanhelden Leopold Bloom, der in Joyces Roman "Ulysses" am 16. Juni 1904 durch Dublin streift.

Der erste offizielle Bloomsday fand 1954 statt, der Bloomsday des Jahres 2012 war insofern ein besonderer, als Joyces Werke seit Ende 2011 rechtfrei sind, 70 Jahre nach Joyces Tod am 13. Januar 1941 ist die Schutzfrist abgelaufen. Mark Traynor, Leiter des Dubliner James Joyce-Zentrums, zeigte sich dem britischen "Guardian" gegenüber deswegen erleichtert: Die Menschen, so Traynor, könnten Joyce nun mit seinen eigenen Worten feiern, ohne deshalb befürchten zu müssen, von einem Anwalt zu hören. Joyces Enkel Stephen hatte 2004 öffentliche "Ulysses"-Lesungen am Bloomsday untersagt und mit rechtlichen Schritten gedroht. In Deutschland wurde der Bloomsday unter anderem mit der Ausstrahlung eines 22-stündigen "Ulysses"-Hörspiels auf SWR2 begangen. Es dauerte bis Sonntagmorgen.