Personalien

Drama in Salzburg: Festspiel-Intendant droht mit Rücktritt

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Wenige Wochen vor Beginn der Salzburger Festspiele bricht ein Skandal los: Der neue Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, droht österreichischen Medienberichten zufolge noch vor Beginn seiner ersten Saison mit Rücktritt.

Er werde aufhören, wenn das Kuratorium sein Budget für das Jahr 2013 in Höhe von 64 Millionen ablehne, sagte Pereira den "Salzburger Nachrichten".

Der Vorsitzende des Festspiel-Kuratoriums, Wilfried Haslauer, sieht die Grenze bei 60 Millionen Euro, erklärte er. Das Aufsichtsgremium strebe ein "konstanteres und langsameres Wachstum" an als der Intendant. Dabei sei schon alles ausfinanziert, erklärt Pereira im Interview mit den "Salzburger Nachrichten", mit mehr Karten zum Beispiel und neuen Sponsoren. Der renommierte Kulturmanager, der als langjähriger Chef dem Zürcher Opernhaus großes Renommee und finanziellen Erfolg beschert hat, ist in Salzburg mit einem rasanten Wachstumsprogramm gestartet. Die Festspiele beginnen eine Woche früher mit einem "geistlichen Vorspiel", es werden 20 Prozent mehr Karten aufgelegt, im Schnitt steigen auch die Preise. Im kommenden Jahr will der Intendant noch mehr bieten. Das Kuratorium aber, das Aufsichtsgremium über die Festspiele, bremst. Und Pereira schimpft: "Jetzt lege ich für 2013 ein Budget vor, das eine Million Euro Überschuss ausweist, der durch die tatsächlichen Karteneinnahmen vermutlich verdoppelt wird. Dafür muss ich mich jetzt entschuldigen! Verstehen Sie, dass ich verzweifle an diesem Misstrauen?"

Der neue Intendant, dem ein Ruf als kluger Rechner mit hoher Affinität zu freigiebigen Sponsoren vorauseilt, zeigt sich kampflustig: "Dieser Streit wird entweder dazu führen, dass ich aufhöre, oder dass sie das zähneknirschend genehmigen", sagte er den "Salzburger Nachrichten". Den Salzburgern wirft er Zögerlichkeit vor: "Aber ich bin überzeugt, dass ich zeigen kann, dass es eine Alternative gibt zur Ängstlichkeit." Fünf Wochen vor Festspielbeginn hat Pereira damit den österreichischen Medien gegeben, was sie brauchen: Den Skandal zum Auftakt. "Schlammschlacht statt Glamour" titelt bereits der "Kurier".