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Christiane Fritsch-Weith (60), Buchladen Bayerischer Platz, Grunewaldstr. 59, Schöneberg: Maylis de Kerangal Roman "Die Brücke von Coca" beginnt unspektakulär mit einer Annonce über einen Brückenbau in Coca, einer Stadt im fiktiven Kalifornien Anfang unseres Jahrtausends. Der Bürgermeister hat sich auf eine Reise nach Dubai gemacht und ist völlig elektrisiert von der Art, wie dort gebaut wird. Für das gigantische Brückenbau-Projekt in Coca kommen nun Spezialisten aus aller Welt zusammen: Ein französischer Ingenieur, chinesische Bauarbeiter, mexikanische Kranführer und die junge Summer Diamantis, zuständig für den Beton. Ein sehr modernes und doch traditionell erzähltes Buch, das dieses Globalisierungsgeschehen und die Biographien der Protagonisten in kurzen Kapiteln beschreibt. Andere Autoren hätten über 1000 Seiten gebraucht. Nicht so Maylis de Kerangal. Sie verwandelt ein scheinbar sprödes Sujet in hochklassige Literatur.

Maylis de Kerangal: Die Brücke von Coca, Suhrkamp Verlag, 287 Seiten, 19,95 Euro.