Landespolitik

Kunstministerium startet Innovationsfonds

Trotz mehrerer Sparvorschläge des baden-württembergischen Finanzministeriums für die Kultur richtet das Kunstministerium einen "Innovationsfonds Kunst" ein.

Aus dem Fonds mit drei Millionen Euro sollen spartenübergreifende Projekte der kulturellen Bildung und der interkulturellen Arbeit gefördert werden, wie Kunststaatssekretär Jürgen Walter (Grüne) in Stuttgart sagte. Die Förderung für einzelne Projekte soll auf maximal drei Jahre begrenzt sein. Über die Vergabe der Gelder entscheide eine unabhängige Jury. Walter betonte, dass die zusätzlichen Mittel nicht zulasten bestehender Einrichtungen gehen sollen. "Wir nehmen hier tatsächlich neues Geld in die Hand." Ziel sei, die Kultur stärker zu vernetzen und näher zu den Bürgern zu bringen. Der bereits im Koalitionsvertrag vereinbarte Fonds für gemeinnützige Institutionen sei Teil der Kunstkonzeption "Kultur 2020" und Neuland in Baden-Württemberg. Man habe aber von Erfahrungen anderer Bundesländer profitieren können.

Sparvorschläge aus dem Finanzressort seien nicht neu, und Haushaltskonsolidierung gehöre zu den Hauptaufgaben der Regierung, sagte Walter. Die Kultur sei nicht unantastbar, aber: "Einen Kahlschlag wird es mit dieser Regierung nicht geben", versicherte er. Die "Stuttgarter Nachrichten" hatten am Wochenende mit Verweis auf ein Arbeitspapier des Finanzministerium von 25 Millionen schweren Sparvorschlägen in der Kultur berichtet. Unter anderem drohten den staatlichen Museen Zuschusskürzungen von jeweils 20 Prozent. Walter betonte, für 2012 seien ähnliche Sparmaßnahmen im Gespräch gewesen. Am Ende hätten aber acht Millionen mehr im Haushalt gestanden.

Teuer fürs Land werden die Popakademie in Mannheim und die Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg in den kommenden Jahren. Beide Projekte seien von der schwarz-gelben Vorgängerregierung nicht durchfinanziert worden, bemängelte Walter. Um ihr Bestehen zu sichern, fallen für die Popakademie von 2013 bis 2017 zwischen 1,1 und 1,2 Millionen Euro pro Jahr an, die Theaterakademie kostet das Land im Jahr 2014 gut 950 000 sowie 2015 und 2016 jeweils über 1,25 Millionen.