Kunst

Dresden feiert 500 Jahre Sixtinische Madonna

Maria hält Jesus im Arm. Unzählige Male haben Künstler diese Szene festgehalten.

In Dresden hat ein solches Bild Weltruhm erlangt - und das feiert die Stadt nun: Die "Sixtinische Madonna", vor 500 Jahren von Raffael (1483-1520) gemalt, eines der berühmtestes Gemälde der Renaissance überhaupt. 240 Jahre blieb es als Altarbild der Klosterkirche im italienischen Piacenza so gut wie unbekannt. Durch den Ankauf vom Dresdner Hof 1754 sollte sich das jedoch ändern.

Zum Jubiläum widmen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden der 1512/13 in Rom gemalten Madonna eine dreimonatige Sonderausstellung, die gestern eröffnet wurde und bis 26. August zu sehen ist. Erzählt wird die Geschichte des 5,4 Quadratmeter großen Bildes - von der Entstehung in der römischen Renaissance bis hin zum globalen Mythos zwischen Kunst und Kitsch. Hochkarätige Leihgaben von weiteren Werken Raffaels und seiner Zeitgenossen sind zu sehen. Bislang nie ausgestellte Dokumente zeichnen den spektakulären Ankauf durch den sächsischen Kurfürsten August III. nach. Und auch die spätere dramatische Geschichte: Während des Krieges wurde die "Sixtina" aus dem Rahmen genommen und zunächst in einer Sperrholzkiste im Zwinger, ab 1943 in einem Eisenbahntunnel bei Pirna gelagert. Nach dem Krieg geriet das Meisterwerk, der Legende zufolge zur Restaurierung, tatsächlich als Beutekunst nach Moskau. Seit 1956 ist die "Sixtina" wieder in Dresden zu sehen.

Die "Sixtina" hat sich über die Jahrhunderte erheblich verändert - sie ist nachgedunkelt und vergilbt. Unter alten Firnisschichten verdeckt sind die einst vermutlich strahlenden Farben. Eine Abnahme der Schichten rein aus ästhetischen Gründen verbiete sich jedoch, betont Henning als Konservator für italienische Malerei.