Thriller

Das verzwickte Verhältnis von Literatur und Leben

Susan Morrow unterrichtet an einem College.

Als ihr erster Mann Edward sich entschloss, Schriftsteller zu werden, waren ihre Einkünfte existenznotwendig, mittlerweile aber käme sie auch ohne aus, hat sie doch nach der Trennung von Edward einen Chirurgen geheiratet. Glücklich freilich ist Susan auch in dieser zweiten Ehe nicht. Was sich wie die Ausgangssituation eines amerikanischen Mittelstandsdramas liest, ist Teil eines bemerkenswerten Erzählexperiments des 2003 verstorbenen Literaturprofessors Austin Wright. "Tony & Susan" nämlich ist nicht nur ein veritabler Thriller, sondern auch eine subtile Studie über das verzwickte Verhältnis von Literatur und Leben. Es beginnt mit einem Brief, in dem Edward fragt, ob Susan seinen eben vollendeten Roman lesen wolle. Und "Nachttiere", das Buch im Buch, erweist sich als ausgefuchstes Stück Spannungsliteratur.

Austin Wright: Tony & Susan. Aus dem Englischen von Sabine Roth. Luchterhand, München. 413 S., 19,99 Euro.