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Berliner Buchhändler empfehlen

Peter Farber (57), Buchkantine, Dortmunder Str. 1, Moabit: Formal erfüllt Donald Ray Pollocks Debütroman "Das Handwerk des Teufels" die Kriterien eines Krimis, geht aber weit darüber hinaus. Das Buch spielt in den fünfziger Jahren im ländlichen Mittelwesten der USA. Hier entfalten das Böse und das Hoffnungslose ihr Panorama, ist Religiosität nicht das Streben nach Erlösung, sondern dumpfer Fanatismus und Gewalt immer die erste Option. Die Hauptperson Arvin erlebt, wie sein Vater den nahenden Krebstod seiner Frau mit immer abstruseren Ritualen wie Tieropfern aufzuhalten versucht, und er lernt schnell, wie man Vergeltung übt. Später wird er deshalb zum Mörder. Derweil lockt ein Serienkiller-Pärchen Tramper an, um sie brutal zu ermorden. Die Frau ist die Schwester des korrupten Sheriffs. Schließlich begegnen die beiden Arvin. Selten ist das Grauen so beiläufig und erbärmlich vorgeführt worden. Eines der besten Bücher der letzten Jahre, das den Leser verstört zurücklässt, denn Hoffnung sucht man vergebens.

Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels. Liebeskind Verlag, 304 Seiten, 19,80 Euro.