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Millionen-Rekord? Munchs "Schrei" unterm Hammer

"Ich fühlte das große Geschrei durch die Natur", schrieb, auf Deutsch, der norwegische Maler Edvard Munch auf den Rand eines Bildes.

Bekannt, ja berühmt und legendär wurde es als "Der Schrei". Das vor 120 Jahren entstandene Motiv gehört zu den bekanntesten Gemälden der Welt. Vier Fassungen gibt es, drei davon sind in norwegischem Staatsbesitz. Das vierte kommt heute Abend in New York zur Versteigerung. Und Experten halten einen Weltrekord für möglich.

Sotheby's gibt für das expressionistische Meisterwerk einen Schätzpreis von 80 Millionen Dollar (60 Millionen Euro) an. Doch Experten erwarten mehr. "Es kann alles passieren, kein Betrag kann ausgeschlossen werden", sagte Simon Shaw, Chef der Abteilung für Moderne Kunst bei Sotheby's, vor wenigen Tagen in New York. Ob der Auktionsrekord - aufgestellt vor zwei Jahren mit 106,5 Millionen Dollar für Picassos "Akt mit grünen Blättern und Büste" - gebrochen werde, könne niemand sagen. "Wir sind sehr gespannt." Es sind zwar noch teurere Verkäufe bekannt, Jackson Pollocks "No. 5" kostete vor fünf Jahren satte 140 Millionen Dollar. Doch das waren Privatgeschäfte.

"Der Schrei" entstand 1895 und gehört Petter Olsen. Dessen Vater Thomas, damals selbst noch Kind, hatte vor gut 100 Jahren in Hvitsten bei Vestby in Südnorwegen einen neuen Nachbarn bekommen: Edvard Munch. Das Bild ging durch viele Hände, bevor Thomas es 1937 erwarb. Sohn Petter will Munchs Meisterwerk nun verkaufen - um ein Museum für Munch bauen zu können.