Schlossparktheater

Zwei Männer mit den Nerven am Ende

"Ein seltsames Paar" im Schlossparktheater

Felix ist die Sorte Mann, die sich sogar im Autokino noch anschnallt. Ein Typ mit großer Angst, noch größeren Wehwehchen und außerdem einem riesigen Putzfimmel. Oscar dagegen lässt nichts anbrennen. Höchstens in der Küche, weshalb er sie lieber gar nicht benutzt und sich von Kartoffelchips und Bier ernährt. Deren Überbleibsel verteilen sich in der Wohnung, vermischt mit den Überresten seiner dauerhaft im Mundwinkel klebenden Zigarette. Sind beide wahrlich nicht gerade Liebhaberstücke, diese Kerle. So lange sie zusammen nur Poker spielen, geht das gerade noch gut. Doch dann wird Felix von seiner Frau rausgeschmissen und allein lebende Oscar bietet dem Kumpel an, bei ihm einzuziehen. Aus den Pokerfreunden wird: "Ein seltsames Paar".

Neil Simons Komödie wurde 1965 am Broadway uraufgeführt, unter der Regie von Adelheid Müther spielen Rainer Hunold (Felix) und Matthias Karch (Oscar) jetzt am Schlossparktheater jene Explosionen, die sich eben so ergeben, wenn Bruder Leicht- auf Bruder Hasenfuß trifft. Der Text ist unverwüstlich und in den pointenreichen Dialogen auch so universell, weil er genüsslich alle Klischees, die sich aus dem Zusammenleben von Mann und Frau so ergeben, decouvriert, indem er die ganzen Macken und Meckereien auf zwei Männer überträgt.

Ulrich Gebauer ist, wie er da ganz am Anfang mit seinen auch nicht eben neurosenfreien Kumpels zockend in seiner rauchgeschwängerten Junggesellenbude sitzt, unordentlich, raubeinig, von Beginn an sehr präsent und schlagfertig. Rainer Hunold braucht länger, um in seine Rolle zu finden. Etwas betulich legt er den weinerlichen Hypochonder an. Paradoxerweise findet die Kombination Hunold/Gebauer erst zusammen, als ihre Figuren schon dabei sind, sich zu entzweien. Zum Schluss haben beide einiges voneinander gelernt und dennoch fällt beim Rausschmiss jener Satz, der schon so viele Beziehungen beendet hat: "Es liegt nicht an Dir. Wir passen einfach nicht zusammen." Das versöhnliche Ende jedoch verspricht eine Chance auf das, was Männern und Frauen meistens nicht gelingt: Sie könnten Freunde bleiben.

Schlossparktheater, Schloßstr. 48, Steglitz. Tel. 789 56 67-100. Termine: 30.4.-2.5. und 23.-26. Mai.