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Berliner Buchhändler empfehlen

Kerstin Hofmann (53), Reisebuchhandlung Chatwins, Goltzstr. 40, Schöneberg: Bernd Cailloux war 2005 mit seinem autobiographischen Debütroman "Das Geschäftsjahr 1968/1969" für den Deutschen Buchpreis nominiert. Nun hat der Berliner Autor wieder ein Erinnerungsbuch geschrieben und knüpft mit "Gutgeschriebene Verluste" an seinen Erstling an. Einst ein Hippie-Businessmann, der mit Discokugeln Geld machte, blickt der 60-jährige Erzähler im Jahr 2005 zurück in die Siebziger und Achtziger. Damals war Schöneberg angesagter Szenebezirk. Man wohnte billig und führte im überschaubaren Kiez ein reges Nachtleben. Während der Erzähler als Dauergast im Café Fler sitzt, einem Schöneberger Refugium der Übriggebliebenen des alten Westberlins, schildert er seine bewegte Vergangenheit pointiert und ironisch. Zugleich wagt er noch einen letzten Liebesversuch mit der schönen Ella. Eine kluge Lebensbilanz.

Bernd Cailloux: Gutgeschriebene Verluste, Suhrkamp Verlag, 270 Seiten, 21,95 Euro.