Theater

Berliner Ensemble widmet sich Wien und feiert sich selbst

Zum Berliner Theatertreffen ist in diesem Jahr nur eine Produktion des Wiener Burgtheaters eingeladen.

Wer mehr Theater aus Österreich sehen will, muss ins Berliner Ensemble gehen: Dort veranstaltet Direktor Claus Peymann, der jahrelang die Burg leitete, bis zum 5. Juli das "1. Wien-Festival" mit Theaterinszenierungen, Lesungen und Filmen rund um die österreichische Metropole. Eine kleine Spitze gegen das Theatertreffen, dessen Auswahl Peymann seit Jahren kritisiert, konnte sich der sonst streitbare Theatermann nicht verkneifen: Die eingeladenen Inszenierungen seien "wie immer".

Das Berliner Ensemble (BE) steuert zwei Premieren zum Wien-Festival bei: Mona Kraushaar, die am BE eine jugendfrische, sehenswerte "Romeo und Julia" herausgebracht hat, inszeniert "Liliom" von Franz Molnár (Premiere am 24. Mai). Vier Wochen später widmet sich Regisseur Enrico Lübbe Horvaths "Geschichten aus dem Wiener Wald". Peymann stellte bei dem Pressegespräch auch erste Pläne für die kommende Saison vor: Katharina Thalbach inszeniert im November Shakespeares "Was ihr wollt". Peymann selbst führt Regie entweder bei Harold Pinters "Die Heimkehr" (er übersetzt das Stück gerade) oder - bei Ibsens "Die Stützen der Gesellschaft". Robert Wilson, einer der tragenden Regiesäulen des BE, bringt im kommenden Frühjahr "Peter Pan" auf die Bühne. Und sonst? Verkündete Peymann eine Auslastung von 87 Prozent und sagte, dass sein Theater knapp 30 Prozent seines Etats selbst einspielt. Das macht ihm wirklich kaum einer nach.

( skin )