Museen

NS-Beutekunst: Bonn einigt sich mit Flechtheim-Erben

Das Kunstmuseum Bonn hat sich mit den Erben des vor den Nazis geflüchteten Kunstsammlers Alfred Flechtheim geeinigt und wird weiter ein Gemälde aus dessen früheren Besitz zeigen.

Im Gegenzug werde der Verein der Freunde des Kunstmuseums den Erben eine Summe im niedrigen fünfstelligen Bereich zahlen, sagte Museumsdirektor Stephan Berg gestern vor Journalisten in Bonn. Die Familie des jüdischen Kunstsammlers hatte 2009 eine Rückgabe des Bildes "Leuchtturm mit rotierenden Strahlen" von Paul Adolf Seehaus verlangt. Berg sagte, er sei froh und dankbar über die Vereinbarung.

Er betonte, dass die Geschichte des Gemäldes ab 1933 trotz Gutachten und Recherchen nicht eindeutig zu klären sei. Dennoch habe das Kunstmuseum eine Einigung mit den Erben erzielen wollen. Dabei sei eine Lösung im Sinne der Washingtoner Konferenz von 1998 angestrebt worden, die eine Rückgabe oder Entschädigung von verfolgungsbedingt entzogener Kunst während der NS-Zeit regeln soll. Mit anderen Museen wird noch über die Restitution weiterer Flechtheim-Werke gesprochen.