Krimi

Die makabren Mörderspiele von Kommissar Luther

Man muss solche Krimis mögen, die seit "Dirty Harry" im Grunde nichts als die Selbstjustiz verherrlichen.

Der Londoner Kommissar Luther ist ein britischer Dirty Harry. Er hat keine Probleme, eine Elternmörderin zu neuen Taten zu ermuntern, wenn sie ihm damit andere Mörder vom Hals schafft. Und während man den oft grausamen Mordfällen folgt, kommt einem wenigstens dann und wann in den Sinn, dass jeglicher Hochmut gegenüber den alten Römern und ihren Mörderspielen im Kolosseum unangebracht ist. Unser Kolosseum ist der Fernsehthriller! Er bedient den Wunsch, wenigstens einmal am Tag unsere innersten Triebe und Gelüste in Form eines halbgezügelten Voyeurismus zu befriedigen. All das ist schwer zu ertragen - genauso schwer wie die Tatsache, dass die Motive der Mörder, die Luther sucht, nie wirklich verraten werden, weil sie Neil Cross, den Autor, nicht interessieren. Ihm geht es nur um seinen Helden Luther.

Neil Cross: Luther. Die Drohung. DuMont Buchverlag, 414 S., 9,99 Euro.