Kunst

Art Cologne soll Messe Nr. 1 werden - mit 32 Berliner Galerien

Der Direktor Daniel Hug will die Art Cologne zur führenden Kunstmesse der Welt ausbauen. "Man muss nach dem Größten streben", sagte er.

"Glauben Sie, ich sage: Ich will Nummer zwei sein? Nein, man will Nummer eins sein!" Seit Hug die Art Cologne vor vier Jahren übernommen hat, hat die älteste aller Kunstmessen ihre Position deutlich festigen können. Um der Art Basel den Rang abzulaufen, müsste sie allerdings noch wesentlich internationaler werden. In diesem Jahr kooperiert sie erstmals mit der New Art Dealers Alliance (NADA) aus New York. 32 führende New Yorker Galerien bekommen ihren eigenen Ausstellungsbereich und können dort nach Belieben schalten und walten. "Es ist das erste Mal, dass eine Messe so etwas macht", sagte Hug. "Ein ziemlich wildes Experiment." Eröffnungstag der Art Cologne ist der 18. April.

Gerade die Berliner schwören jetzt auf Köln - sie bilden mit 32 Ausstellern das mit Abstand größte deutsche Kontingent auf der Messe. Christian Ehrentraut - sein Name ist eng mit der Neuen Leipziger Schule verbunden - erklärt Hugs Erfolg so: "Er schafft es, zwischen vielen Parteien zu vermitteln und eine stark differenzierte Szene zu einen: die Hippen und die Konservativen, die Big Players und kleine, noch wenig Etablierte." Das Art Forum in Berlin allerdings blieb erfolglos.

Galerist Clemens Fahnemann räumt ein: "Nach dem Ausfall dieser Berliner Kunstmesse - die ich seinerzeit entscheidend politisch mit durchsetzen konnte - kann ich heute sagen, dass es besser ist, eine wichtige Kunstmesse in Deutschland zu haben - und zwar die Art Cologne." Viele meinen mittlerweile, dass es gerade so ideal sei: die meisten Galerien in Berlin, aber die führende Kunstmesse in Köln - quasi auf neutralem Gebiet. Das beuge Platzhirsch-Allüren der mächtigsten Galerien vor. Die Trennung von Galerienstandort und Messestandort ist vielleicht das Erfolgsrezept von Basel und Miami Beach.