Konzerte

Festtage Staatsoper: Romantik und Trauergesang

Festtage fallen einem regelmäßig ins Haus. Aus ihnen aber wahrhaft ein Fest zu machen, ist eine komplizierte Sache. Glücklicherweise hat Daniel Barenboim, ein begeisterter Lastträger der Musik, einen breiten Rücken.

Er lädt sich auf, wozu man normalerweise gleich mehrere Musiker seines Kalibers braucht. Im Rahmen der Festtage der Staatsoper lässt er nun in der Philharmonie eine Serie von Konzerten mit der Staatskapelle folgen.

Den Anfang machte ein in Deutschland eher vernachlässigtes Werk: das Cellokonzert von Edward Elgar, aufs Feinste nachgedichtet auf ihrem Instrument von der jungen Amerikanerin Alisa Weilerstein: Vier Sätze musikalischer Poesie voller romantischer Nachdenklichkeit und leichter Trauer. Das 19. Jahrhundert ist noch einmal zu Gast. Elgar schließt die vier Sätze seines Konzerts jeweils zu einem musikalischen Doppelpack zusammen, das hinüber und herüber schwebt, von tiefster Versunkenheit in lebendigste Verzückung.

Das Hauptwerk des Abends, die 7. Sinfonie von Anton Bruckner, verwandelte Barenboim in waschechte Karfreitagsmusik zu verwandeln: einen Trauergesang, nicht etwa auf den Tod Christi, sondern auf das Hinscheiden des großen Kollegen und Förderers Richard Wagner. Mitunter schien es sogar, als seien die unermüdlichen Wagnertuben mit ihrem Klagelaut ausschließlich zu diesem Zwecke erfunden worden. Dankbarkeit und Trost mischen sich ins Gedächtnis an Richard Wagner. Der klein gewachsene Bruckner war beim Sterben des Weggefährten ein einzigartiger Trauerriese, und so auch führte ihn Barenboim aufs Ergreifendste vor.