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Ich lese gerade ... Rayk Wieland: Kein Feuer, das nicht brennt

Matthias Hassenpflug (42), Buchhandlung Braun & Hassenpflug, Fischerhüttenstr. 79, Zehlendorf: Rayk Wielands zweiter Roman "Kein Feuer, das nicht brennt" ist anspruchsvoll, ein wenig bizarr und urkomisch zugleich. W., der Ost-Berliner Held aus Wielands Debütroman "Ich schlage vor, dass wir uns küssen", ist um die Vierzig und Reisejournalist. Gerade hat er eine Reportage über Nordkorea geschrieben. Doch dann kommt heraus, dass W. alles frei erfunden hat und auch sonst nie die Grenzen der ehemaligen DDR überschritten hat, da in seinem Kopf immer noch die Mauer existiert. Er fliegt aus seinem Job und landet nach einem Unfall in einem Kreuzberger Krankenhaus. Von da an ändert sich sein Leben: Aus Liebe zur schönen Kim begibt sich W. doch noch auf eine weite Reise. Wielands witzige, alltagsphilosophische Betrachtungen sind klug und treffend, nie gedankenschwer und immer unterhaltsam. In dem schmalen Band steckt mehr Inhalt als in manchem dickleibigem Familienroman.

Rayk Wieland: Kein Feuer, das nicht brennt, Kunstmann Verlag, 160 Seiten, 16,95 Euro.