The Shins

"Netter Tag, gutes Wetter, hübsche Mädchen"

Die US-Band The Shins geben im Berliner Huxleys ihr einziges Deutschlandkonzert

Am Mittwochabend im Neuköllner Huxleys aber wollte sich niemand dazu bewegen lassen. Das Konzert von "The Shins" war "schon okay", sagten dann nach den 80 Minuten die meisten der 1600 Zuhörer, als sie eine halbe Stunde vor Mitternacht die ausverkaufte Halle verließen, ein gemischtes Publikum wie wohl sonst selten: Modedesigner aus New York, Bibliothekswissenschaftlerinnen aus Lichtenberg und Betriebswirtschaftler mit Jute-Beutel (Aufschrift: "Hier kommt Politik zum Tragen"). Alles sehr freundliche Menschen, die sich romantischen Pop-Rock aus Albuquerque anhören. Sie bejubeln Hits wie "Australia", "New Slang" und "Phantom Limb" (der mit dem Oh Uh Oh) und beklatschen die Stücke aus dem gerade erschienenen vierten Album "Port of Morrow" - vor allem das wirklich gelungene "September". Da leuchtete dann sogar ein Feuerzeug.

Doch Sänger James Mercer hatte außer seinen Liedtexten dem Berliner Publikum nichts zu sagen. Dabei bestand nicht einmal die Gefahr, aus Versehen "Hello Düsseldorf" zu sagen. Es war das einzige Deutschlandkonzert der "Shins". Aber mehr als "Netter Tag, gutes Wetter, hübsche Mädchen!" brachte er nicht hervor. Nett und irgendwie ganz hübsch war auch das Riesen-Kaninchen auf der Leinwand hinter der Band. The Shins besingen es im Lied "It's only life". Da heißt es "Wir waren alle mal im Kaninchenloch", das sei eben so. "Es ist nur Leben". Versöhnliche Worte. Es war eben nur ein Konzert.