Roman

T.C. Boyle hetzt zwei Umweltschutzgruppen aufeinander

Thomas Coraghessan Boyle ist der Jonathan Swift der USA. In seinen Erzählungen und Romanen attackiert er lustvoll den "American way of life" und demoliert immer wieder die Ikonen amerikanischen Selbstverständnisses.

In "Wenn das Schlachten vorbei ist" erzählt Boyle wieder eine Geschichte von Menschen, die stets das Gute wollen und dann das Böse schaffen. Zwei Umweltschutzgruppen haben die hehrsten Ziele - und bekämpfen sich doch bis aufs Blut. Es geht um zwei Inseln vor der kalifornischen Südküste. Am Ende hat T.C. Boyle ein tragikomisches Lehrstück über die Rituale westlicher Protestkultur geschrieben - über ihr Erregungspotential, das sich gegen alles Mögliche richten kann. Gegen die vermeintlich inkorrekte Tierpopulation zweier Inseln. Gegen einen geplanten Tiefbahnhof. Gegen den Urheberschutz im Internet. Letztlich geht es weniger um die "richtige" Tierwelt, sondern vielmehr um die Leere der eigenen Existenz.

T.C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist. Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren. Hanser, München. 464 Seiten, 22,90 Euro.