DSO

Leonard Slatkin dirigiert Dvorak auf amerikanisch

Leonard Slatkin ist eine Autorität am Dirigentenpult, der es tatsächlich gelingt, gestützt auf das vorzügliche Deutsche Symphonie-Orchester in der Philharmonie, Dvoraks 8. Sinfonie in einen musikalischen Zwilling der Tschaikowsky-Sinfonien zu verwandeln.

Der große Russe und der große Tscheche waren sich mit der Zeit näher gekommen, hatten sich künstlerisch angefreundet und inspiriert.

Dvorak war, als er seine Sinfonie niederschrieb, Musikdirektor in Amerika geworden, und Slatkin ließ diese Verbrüderung über das Jahrhundert und die Kontinente hinweg mit scharfem Furor aufklingen, ohne darüber zu vergessen, der Sanftmut der Holzbläser nicht ihr Recht zu verweigern. Er dirigierte diesen Dvorak durchweg spannend, sachkundig, mit Verständnis und Leidenschaft.

Diese guten Gaben ließ er natürlich bei der Darstellung der Orchestersuite "Appalachian Spring" von Aaron Copland nicht fehlen, aber die "hebräische Rhapsodie" von Ernest Bloch fiel weit anregender aus, zumal sich der großartige Solist Steven Isserlis über ein Stradivari-Cello beugen konnte, dessen Wohlklang allein den Zuhörern schon den Atem zu rauben schien, ganz zu schweigen vom meisterlichen Spiel Isserlis.