Fernsehen

Christian Kracht äußert sich zu seinem umstrittenen Roman

Christian Kracht ist nicht zu fassen. Oder doch? Bei seinen Lesungen aus seinem Roman "Imperium" auf der Leipziger Buchmesse und der LitCologne ließ sich der Schriftsteller, dem der "Spiegel" rechtes Denken vorgeworfen hatte, nicht aus der Reserve locken.

In der Literatursendung "Druckfrisch", die am kommenden Sonntag in der ARD ausgestrahlt wird, äußert sich Kracht aber im Gespräch mit Denis Scheck zum ersten Mal selbst zu seinem umstrittenen Roman und nennt dabei den Schreibstil Erich Kästners als wichtigen Einfluss. Wer freilich glaubt, jetzt werde man den quecksilbrigen Autor endlich festnageln können, sollte schon beim ersten Satz der ARD-Pressemitteilung stutzig werden: "Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz entdecken", sagt Kracht über "Imperium" - und zitiert damit den Titel eines berühmten Gemäldes von Martin Kippenberger aus dem Jahr 1984, selbst ein hochironischer und vieldeutiger Kommentar zum Verhältnis der Deutschen zu ihrer Vergangenheit. Wie ernst mag dann wohl Krachts Satz zu nehmen sein, sein Buch sollte "einfach nur unterhaltend" sein?