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Ein Werk in vielen Varianten

Uraufführungen Leos Janaceks Oper feierte gleich mehrfache Uraufführungen: Am 21. Januar 1921 wurde „Jenufa“ zum allerersten Mal in Brünn aufgeführt. Dann gab es 1906, 1911 und 1913 veränderte Fassungen, bis am 26. Mai 1916 in Prag eine Version auf die Bühne kam, die von Karel Koavrovic modifiziert war und sich durchsetzen sollte. Es existierte aber weiterhin eine „Brünner Fassung“ von 1908, die zwar als Partitur veröffentlicht, aber erst 1996 in Wien aufgeführt wurde. Noch eine Uraufführung. Heute wird überwiegend die rekonstruierte Brünner Fassung gespielt. Erich Kleiber dirigierte 1924 die deutsche Erstaufführung der bis dahin in Tschechisch gesungenen Oper in Berlin. Das Libretto hatte Max Brod ins Deutsche übersetzt. Es war eine späte Genugtuung für den damals bereits 70-jährigen Komponisten, der viele Jahre darunter hatte leiden müssen, nicht beachtet zu werden. Seine Landsleute hielten es vermessen, dass der Musiklehrer und Chorleiter aus Brünn sich mit Smetana und Dvorak messen wollte.