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Ich lese gerade ... Iwan Gontscharow: Oblomow

Tobias Schwericke (31), Buchhandlung Schwericke, Moltkestr. 1, Lichterfelde: Der Roman "Oblomow" machte den russischen Schriftsteller Iwan Gontscharow weltberühmt, der darin 1859 mit dem Feudalsystem abrechnete, wobei sich viele Parallelen zur Gegenwart ziehen lassen. Gutsherr Oblomow verbringt seine Zeit tagträumend auf dem Sofa und wurde damit im Russischen zum Inbegriff des "überflüssigen Menschen", eines Vertreters jener Klasse, die sich überlebt hat, weil sie keine Ordnung im eigenen Leben schafft und trotz der Gelder, die sie von Bauern kassiert, verarmt, da jegliche Antriebskraft fehlt. Jugendfreund Stolz will Oblomow aus seiner Lethargie reißen und stellt ihm die junge Olga vor, in die sich der Müßiggänger tatsächlich verliebt. Vera Bischitzky, die bereits für ihre Tschechow- und Gogol-Neuübersetzungen gefeiert wurde, hat den Roman nun mit Witz und Tiefe ins Deutsche übertragen, was sich sehr angenehm liest.

Iwan Gontscharow: Oblomow, Hanser Verlag, 840 Seiten, 34,90 Euro.