Deutsches Symphonie Orchester

Tugan Sokhiev führt in eine tragische Musikwelt hinein

Noch vor seinem Amtsantritt als Chefdirigent des Deutschen Symphonie Orchesters führte Tugan Sokhiev in seine durch und durch tragisch ernste Musikwelt ein.

Mit einem alles sagenden Wort: Er spielte Prokofjew und Schostakowitsch. Die "Alexander Newski"-Kantate des einen, die rekonstruierte, grandios sinfonische Filmmusik für Orchester, (Rundfunk)-Chor und die einzigartige, ungeheure Altistin Ewa Podles als Solistin machte den Beginn. Ihr folgte die 4. Sinfonie Schostakowitschs, seine "Schicksalssinfonie". Sein Leben in der Diktatur war alles andere als leicht. Dieses Auf und Ab der Attacken, dieses Wechsels zum Mut und wieder zurück, der hingeflüsterten Aufsässigkeit und der bramarbasierenden Anpassung halten das Werk durchgehend unter Dampf. Sokhiev wurde ihm ein hingebungsvoller Interpret, vom Orchester darüber hinaus tadellos respektiert und befolgt. Das Konzert wuchs sich auf diese Weise aus zu einem Erlebnis von Rang.

Es hatte aber auch schon auf höchster Ebene mit Prokofieff begonnen. Sokhiev hatte überdies das Glück, neben dem exzellenten Rundfunkchor die wundersame Ewa Podles als Solistin zur Verfügung zu haben. Wie sie im Alleingang mit ihrer Stimme über das beklemmende Totenfeld dahinsang - unvergesslich.