Architektur

Das Wahrzeichen Roms, befreit vom Pflanzenwuchs

Es ist herrlich, mit einem Architekten durch Rom zu gehen.

Man schlägt seinen Reiseführer zu, steckt das Smartphone in die Tasche und rennt am Hauptbahnhof nicht gleich nach draußen, sondern bleibt an der Servianischen Mauer stehen, deren Überbleibsel im Untergeschoss wie ein antiker Fingerzeig auf die Geschichte Roms verweist. Kaum ein Tourist hätte sie ohne Erik Wegerhoff zur Kenntnis genommen. Freilich hat Wegerhoff keinen Kunstführer über Rom geschrieben. Der junge Architekt hat sich auf das Kolosseum beschränkt und ein so gebildetes wie vergnügliches Buch über das Wahrzeichen Roms verfasst. Jeder, der sein Buch liest, wird bezaubert sein. Danach betrachtet man das Kolosseum aus völlig neuen Blickwinkeln. Übrigens: Das Kolosseum, wie wir es kennen, beginnt erst ab 1870 zu entstehen. Damals ging man dazu über, das Bauwerk von seinem Pflanzenbewuchs zu befreien.

Erik Wegerhoff: Das Kolosseum. Wagenbach, Berlin. 234 S., 24,90 Euro