Prominente

Viel Bein, viel Po - und ein bisschen Diktatur

Großtantenkleid

Der Rote Teppich ist immer auch ein Spießrutenlauf. Weil man nicht nur sieht, wer welche Marke trägt, sondern auch, wem es an Geschmack gebricht. Gwyneth Paltrow glänzte in einem Tom-Ford-Kleid, Milla Jovovich in edler Elie-Saab-Robe. Meryl Streeps güldenes Lanvin-Kleid verhöhnten Kritiker dagegen als "Staniolpapier" und "Großtantenkleid", und Bérénice Bejos Abendkleid erinnerte sie an Frankreichs Traditionskeks Macaron.

Gewagte Outfits

Newcomerin Emma Stone kam in einem Traum von Rot, der indes von einer allzu großen Schleife abgerundet wurde. "Verblendung"-Star Rooney Mara entsetzte in einem Trägerkleid mit tütenförmiger Raffung über dem Busen. Den Bock schoss aber Sacha Baron Cohen ab, der bald als Fantasie-General in "Der Diktator" zu sehen ist - und in dieser Garderobe auftrat.

Fremdschämen für zu viel Bein

Als Angelina Jolie die Drehbuch-Oscars verkünden durfte, zeigte sie sich erst kreuzbrav in einem bodenlangen Versace-Samtkleid Versace - dann aber schob sie ein Bein heraus; der Schlitz ging bis zur Taille. Das wirkte ordinär. Fremdschämen! Einer der Preisträger, Jim Rash, ahmte den Ausfallschritt sofort nach.

Viel Hinterteil

Kokett posierten die Hollywood-Sirenen Cameron Diaz und Jennifer Lopez. Als sie die Nominierten für die besten Kostüme vorstellten, schauten sie sich die Filme auf der Leinwand an, drehten sich mit dem Rücken zum Publikum und schauten augenzwinkernd über die Schulter. Das sei es doch, was den Männern gefalle...

Deutsche Worte

Keiner der deutschen Nominierten konnte ein Dankeschön auf der Bühne anstimmen. Die einzigen heimischen Worte kamen von - Sandra Bullock. Sie, die bis zu ihrem 12. Lebensjahr in Deutschland gelebt hat, kündigte die Kategorie Fremdsprachiger Film auf Deutsch an, mit leichtem Akzent: "Egal, in welcher Sprache die Filme sind, sie sind immer ein gemeinsames Erlebnis, das uns alle verbindet." Das Publikum jubelte, sie gab das indes augenzwinkernd als Chinesisch aus.

Tränen

Den schönsten Auftritt hatte die 39-Jährige Octavia Spencer, die zur besten Nebendarstellerin gekürt wurde. Damit hatte sie sichtlich nicht gerechnet. Sie brach vor aller Augen in Tränen aus, konnte nur stammeln und meinte dann, sie müsse von der Bühne, weil sie ausflippe.

Dankesworte

Urgestein Christopher Plummer hielt mit 82 seinen ersten Oscar in der Hand: "Du bist nur zwei Jahre älter als ich, wo warst du die ganze Zeit?" Meryl Streep dankte als erstes ihrem Mann - weil einem das sonst immer erst am Ende einfällt, wenn die Musik einen von der Bühne winkt. Sie dankte ihm für 35 Jahre Ehe - und ihrem Maskenbildner für 30 Jahre Treue.

Guter Vorsatz

Die wichtigste After-Oscar-Party ist von jeher die Vanity Fair Party. Hier sah man auch dieses Jahr wieder alle, die gesehen werden wollten: Michael Douglas, Gwyneth Paltrow, Tom Cruise, Claire Danes. Ex-"Denver"-Biest Joan Collins verriet sogar ihren guten Vorsatz für den Abend: "Nicht betrunken zu werden."

Abstinenzler

Roland Emmerich kam nicht zur Oscar-Verleihung. "Obwohl ich ja um die Ecke wohne", wie er betont, "und zu Fuß laufen könnte." Aber wer geht in L.A. schon zu Fuß? Ein notorischer Abstinenzler ist von jeher Woody Allen. Sein inzwischen vierter Oscar muss nun nach New York nachgesendet werden.