Oscar

Verlieren will gelernt sein: Die Deutschen gehen leer aus

Gleich mehrfach durfte man in dieser Nacht für deutsche Filmemacher die Daumen drücken. Doch es hat nichts genutzt. Es gab weder einen Oscar für Wim Wenders' Dokumentarfilm "Pina", noch für Max Zähles Kurzfilm "Raju" oder Lisy Christls Kostüme für Emmerichs "Anonymus".

Verlieren will aber auch gelernt sein, und nicht jeder beherrscht diese Kunst. Steffen Reuter von der hallenschen Produktionsfirma Schmidtz Katze, die das polnische Holocaust-Drama "In Darkness" produziert hat, zeigte sich offen enttäuscht: "Wir sind hierhergekommen, um zu gewinnen." Auch Roland Emmerich schmollte, dass "Anonymus" leer ausging: "Eigentlich war der Film der ideale Oscar-Kandidat."

In der Wuppertaler Schwimmoper wurde es ganz still, als nachts um 3.45 Uhr der Oscar nicht an "Pina" ging. Pina Bauschs Tänzer hatten hier zu einer großen Party geladen. Doch die Enttäuschung währte nur kurz. "Wir freuen uns schon", so der neue Leiter des Tanztheaters, Dominique Mercy, "dass das Glück uns bis zum Oscar gebracht hat." Wenders hatte schon im Vorfeld betont, der Europäische Filmpreis bedeute ihm mehr, da ihm die Europäische Filmakademie näher sei: Er ist ja deren Präsident.

Dagegen sieht sich Max Zähle, Absolvent der Hamburger Media School, nicht als Verlierer, auch wenn sein Kurzfilm dem irischen Werk "The Shore" unterlag: "Wir waren, bleiben und werden immer Oscar-nominiert sein", sagt der 34-Jährige. " Ob wir die Statue haben oder nicht, das ist total egal." Gefeiert wurde trotzdem, im Hollywooder Edelhotel Sunset Marquis. Hierher hatten Studio Babelsberg und Schmidtz Katze geladen.

Freuen durfte sich das Frankfurter Ostend: Der Oscar für Visuellen Effekte ging an Scorseses "Hugo Cabret", und die digitale Bearbeitung der Bilder hat die hiesige Firma Pixomondo besorgt. Auf der Bühne standen die amerikanischen Pixomondo-Mitarbeiter Ben Grossmann und Alex Henning. Nach der Verleihung sagten sie über den Oscar: "Gebt ihn den Deutschen. Sie haben es hingekriegt."