Abschlussgala

Bye, bye, Berlinale!

Noch einmal wollten sie glänzen. Am Sonnabend ehrte die 62. Berlinale mit ihrer Abschlussgala die Gewinner der begehrten Bären - und die nationale Schauspielriege zeigte sich ein letztes Mal im Blitzlicht-Gewitter auf dem roten Teppich vor dem Festival-Palast am Marlene-Dietrich-Platz.

Zumindest diejenigen, die über die nötige Ausdauer verfügten. Schließlich liegen zehn exzessive Tage hinter den meisten, dominiert von Partys, Smalltalk und Champagner. Und das machte sich bemerkbar, Hollywood war kaum mehr vertreten, große Namen wie Iris Berben, Martina Gedeck und Mario Adorf machten sich rar - sogar Jürgen Vogel fehlte trotz Nominierung. Nur selten schafften es die Filmschaffenden zudem dahin, wo das Herz der Festspiele schlug: in den Kinosaal. Mit Ausnahme der Jury, die sich zwischen den zahlreichen Beiträgen entscheiden musste. Jake Gyllenhaal etwa sparte sich im Gegensatz zu seinen bereits abgereisten Kollegen wie Clive Owen und Keanu Reeves ausschweifende Kneipentouren. Sein einziger Ausflug führte ihn am Sonnabend zu einem Friseur am Potsdamer Platz. Ebenfalls wenig unterwegs: Nina Hoss, eine der Favoritinnen für den Goldenen Bären, die "zu viel arbeiten musste" - und ohnehin vor Beginn der Verleihung "wenig zu sagen" hatte. Vielleicht ahnte sie, dass sie die Jury mit ihrer Rolle in "Barbara" nicht überzeugen konnte.

Als Arbeit könnte jedoch auch das bezeichnet werden, was Prominente wie David Kross, Mads Mikkelsen und natürlich Berlinale-Chef Dieter Kosslick, der sich auf der Bühne in Bollywood-Tanzlaune zeigte, in den vergangenen Nächten leisten mussten. Repräsentieren, posieren, werben. Für Filme - und ein bisschen für sich. Außer Konkurrenz lief derweil Anke Engelke, Moderatorin des Gala: "Ich habe 20 Filme gesehen." Voll ausgekostet hat Jungstar Vinzenz Kiefer seine erste Berlinale, bei der er mit dem Film "Glück" von Doris Dörrie vertreten war. Er freute sich auf ein Wiedersehen. Im nächsten Jahr.

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