Flying Swords of Dragon Gate

Autsch! Hier fliegen gleich die Messer ins Auge

Am Frühstückstisch. Der Vater sagt, er habe einen Film gesehen, der eine Art Augenkrebs verursacht. Wie das? wollen die Kinder wissen. Es ging um Schwertkämpfer und Eunuchen, die sich im 17. Jahrhundert ganz furchtbar hauen.

Ein rasend geschnittener 3-D-Film aus China (Wettbewerb, außer Konkurrenz). Der Vater sagt: "Die haben ständig diese Dinger geworfen, so spitze Messer, immer genau dem Betrachter in die Augen." Das 13 Jahre alte Kind sagt: "Die heißen Kunai". Der Vater ist verblüfft. Derartige Filme darf der Junge eigentlich nicht sehen. Das Kind holt aus dem Zimmer ein Mangaheft, zeigt, wie in "Naruto", dem beliebtesten aller Mangas, die Wurfdings geschleudert werden. Vielleicht sind Erwachsene ohne Kunai-Kenntnis einfach falsch in "Fliegende Schwerter des Drachentors". Tsui Hark übertreibt alles - Geschwindigkeit, Farben, Tricks und oft schlecht gemachte Digitaleffekte. Mittendrin wandelt sich der Film von der politischen Rachegeschichte zum Schatzsucher-Abenteuer. Und sieh' an, Star Jet Li als Widerstandskämpfer ist auch bereits 48 und bewegt sich nicht mehr behände wie früher. Übrig bleibt ein Satz: "Du hast so viel Fisch gefüllt mit Gürkchen gegessen, dass du nicht dein Schwert ziehen kannst." Darauf ein Gürkchen!

Wiederholungen Haus der Festspiele, heute, 19.45 Uhr; morgen, 12.30 Uhr