Kunst

Streit um Dürer: Museumsdirektor kritisiert Politiker

In der Debatte über die angefragte Ausleihe von Albrecht Dürers Porträt "Selbstbildnis im Pelzrock" an das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg verwahren sich die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gegen politischen Druck.

Die gegenwärtige politische Diskussion stelle "in beispielloser Weise die Kompetenz und die Autorität der in der Kultur verantwortlich Tätigen in Frage", kritisierte der Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk, in München. Dürers "Selbstbildnis" zähle nicht nur zu den kostbarsten Werken in der Alten Pinakothek, sondern gelte auch international unbestritten als eines der bedeutendsten Meisterwerke der Deutschen Renaissancemalerei. Das auf Holz gemalte "Selbstbildnis" befinde sich in einem konservatorisch höchst fragilen Zustand: "1971 wurde es gegen den Rat der Restauratoren zur damaligen Dürer-Ausstellung nach Nürnberg ausgeliehen und kam mit einer geöffneten Fuge sowie dadurch entstandenen Farbverlusten wieder nach München zurück."

Die im Landtag vertretenen Parteien machen sich dafür stark, dass das Bild dem Germanischen Nationalmuseum für seine Ausstellung "Der junge Dürer" zur Verfügung gestellt wird. Am 15. Februar soll sich der Landtag mit Dringlichkeitsanträgen aller Fraktionen befassen, in der die Staatsregierung aufgefordert wird, alles für eine Ausleihe zu tun.