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Ich lese gerade ... Lizzie Doron: Das Schweigen meiner Mutter

Annelie Tietz (48), Der Divan , Fischerhüttenstr. 83, Zehlendorf: Die israelische Autorin Lizzie Doron erzählt in ihrem neuen Roman "Das Schweigen meiner Mutter" von der nächsten Generation, die den Holocaust nicht mehr selbst erlebt hat, deren Eltern aber sehr wohl. Alisa wächst in einem kleinen Einwandererviertel im Tel Aviv der 50er Jahre auf. Ihre Mutter, eine Polin, zieht sie allein auf. Fragt Alisa nach ihrem Vater, schweigen alle. Die Kleine malt sich aus, was für ein Held ihr Vater war. Sie ist ein ungeheuer witziges, renitentes Ding. Man lacht Tränen bei ihren Kapriolen. Ihre Mutter leidet währenddessen unter der Einsamkeit und den Erinnerungen an den Holocaust. Erst als Erwachsene, fragt Alisa nach, was tatsächlich passiert ist. In ihrem wunderschönen Buch nimmt uns Lizzie Doron mit ihrer Frische die Befangenheit beim Thema Holocaust und sie macht mit uns den Schritt ins Heute: Bei einem verantwortlichen Umgang mit der Vergangenheit haben wir auch das Recht, nach vorn zu schauen.

Lizzie Doron: Das Schweigen meiner Mutter, Deutscher Taschenbuch Verlag, 220 Seiten, 14,90 Euro.