Ausstellung

Pergamonmuseum zeigt alte Kunst aus Saudi-Arabien

Wie viele Millionen Pilger die mächtige Tür der Kaaba im Innenhof der Al-Haram-Moschee in Mekka berührt haben, kann Stefan Weber nur erahnen.

"Es werden wohl mehrere Millionen gewesen sein." Der Direktor des Berliner Museums für Islamische Kunst zeigt auf die abgegriffenen Gravierungen. Die fast 3,50 Meter riesige Tür aus vergoldetem Blattsilber aus den Jahren 1635/36 schmückte fast 300 Jahre lang das Heiligtum des Islam, bis sie im 20. Jahrhundert ausgebaut wurde.

Ab Mittwoch ist sie im Pergamonmuseum zu sehen. Der Museumsdirektor spricht von einer kulturpolitischen Sensation, dass die vom osmanischen Sultan Murad IV. gestiftete Tür der Kaaba überhaupt das Nationalmuseum in Riad und damit Saudi-Arabien verlassen durfte. "Das Königreich hatte lange ein anderes Verständnis von Kulturerbe als wir", begründet Weber. Kulturelle Kostbarkeiten des Landes waren deshalb weitgehend von der Weltöffentlichkeit abgeschirmt.

Etwa 340 Zeugnisse der Geschichte des vorderasiatischen Königreiches sind mittlerweile auf Reisen gegangen. Zunächst nach Paris, Barcelona, dann ins russische Sankt Petersburg und nun Berlin, wo weitere 80 Exponate hinzukommen. "Road of Arabia" heißt der Titel der Ausstellung, deren Erfolg für ein Umdenken in der saudischen Kulturpolitik gesorgt habe, erzählt Weber. Die Schau ist bis zum 9. April zu sehen.