Aktionskunst

Kunstaktion mit Sarrazin-Büchern löst scharfe Kritik aus

Die geplante Kunstaktion mit dem Titel "Deutschland schafft es ab" zur kommenden Berlin Biennale hat eine Diskussion ausgelöst.

Der tschechische Künstler Martin Zet rief dazu auf, möglichst viele Exemplare des umstrittenen Buchs "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin an eingerichteten "Sammelstellen" abzugeben und sich ihrer auf diese Weise zu entledigen. "Das Buch weckte und förderte anti-migrantische und hauptsächlich anti-türkische Tendenzen in diesem Land. Ich schlage vor, das Buch als aktives Werkzeug zu benutzen, welches den Menschen ermöglicht, ihre eigene Position zu bekunden", so der Künstler.

Das Institut für Auslandsbeziehungen, das sich zunächst an der Aktion beteiligen wollte, zog die Zustimmung zurück. Eine Sammelaktion für Bücher sei "vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte" in dieser Umsetzung nicht akzeptabel. Bernd Scherer, Chef des Hauses der Kulturen der Welt, sagte, in der Debatte zeige sich jetzt, "dass diese Aktion mit der NS-Bücherverbrennungen in Zusammenhang gebracht" wird. "Wir gehen deshalb davon aus, dass dem Künstler an einer konzeptionellen Klärung gelegen ist". Auch Christoph Tannert vom Künstlerhaus Bethanien distanzierte sich: "Ich unterstützte ein solch gefährlich unreflektiertes Kunstprojekt nicht."

( BM )