Premiere

Akademie zeigt erstmals Frischs "Berliner Journal"

In Berlin sind erstmals Auszüge aus Max Frischs geheimnisumwittertem "Berliner Journal" zu sehen.

Mit einer Sondererlaubnis der Frisch-Stiftung zeigt die Akademie der Künste einzelne Blätter des Tagebuchs, das in den 70er Jahren in Berlin entstand und nach Frischs Tod laut seinem Vermächtnis zwanzig Jahre lang unter Verschluss gehalten wurde.

Stiftungspräsident Peter von Matt sagte, bei den freigegebenen Notizen handele es sich um Texte von unbestreitbar literarischem und öffentlichem Interesse. Insgesamt habe der Stiftungsrat jedoch einstimmig entschieden, das "Berliner Journal" aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes derzeit nicht zu veröffentlichen.

Die Akademie zeigt die Auszüge bei ihrer Ausstellung "100 Jahre Max Frisch" (1911-1991), die in ähnlicher Form im vergangenen Jahr in Zürich zu sehen war. In einem 500 Quadratmeter großen abgedunkelten Ausstellungsraum sind auf 70 kleinen Monitoren Interviews, Fotos, Briefe und Dokumente zu Leben und Werk des großen Schweizer Schriftstellers zu sehen. Daneben stellt eine "Werkspur" 16 ausgewählte Titel des Autors vor, darunter "Stiller", "Homo Faber" und "Andorra". Das Berlin-Kapitel - "man ist wacher als anderswo" - wurde eigens für die Akademie-Präsentation in Deutschland entwickelt.

( dpa )