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Ich lese gerade ... Steve Stern: Der gefrorene Rabbi

Rüdiger Rabenow (56), Lust am Lesen, Kaiser Wilhelm-Str. 54, Lankwitz: Ein Wort vorab zu Steve Sterns wunderbarem Roman "Der gefrorene Rabbi": Man sollte nicht allzu prüde sein, denn im Mittelpunkt steht Teenager Bernie Karp, der schon mal die Unterhosen seiner Schwester zweckentfremdet. Der Junge stößt beim Durchwühlen der Tiefkühltruhe auf einen gefrorenen Rabbi, der die Familie seit Jahrzehnten als Maskottchen begleitet, wie ihm seine Eltern sehr gefasst erklären. Durch einen Stromausfall taut der Rabbi auf, wird lebendig und sitzt daraufhin wie gebannt vorm Fernseher, um Amerika und die Gegenwart kennenzulernen. Bernie will dem Alten behilflich sein und beginnt, sein eigenes jüdisches Erbe zu entdecken, erzählt aber allen, sein Vater wäre zurück auf dem Weg zum Glauben. Der Rabbi indes erfreut sich auf skurrile Art schnell an den lukrativen Möglichkeiten der modernen Zeit. Ein höchst ergötzliches Buch.

Steve Stern : Der gefrorene Rabbi, Blessing Verlag, 496 Seiten, 21,95 Euro.