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Ich lese gerade ... Thomas Brasch: Shakespeare-Übersetzungen

Thomas Pigor (55), Salon HipHopper , Chansonnier, Kabarettist, Komponist, Autor: Während die bald zweihundert Jahre alten Shakespeare-Übersetzungen von Schlegel/Tieck ziemlich hartes Brot sind, bin ich begeistert von Thomas Braschs "Shakespeare-Übersetzungen". Brasch bringt einem die Stücke nahe. Sprachlich exakt, bleiben sie unter Beibehaltung der Metrik dennoch lesbar und verständlich. Brasch nimmt sich dabei die Freiheiten heraus, die ein Dichter braucht, wechselt souverän vom gehobenen Duktus ins Umgangssprachliche und haut uns mitunter sehr heutige Kraftausdrücke um die Ohren. Leider hat er vor seinem Tod nur sieben Dramen übersetzt, darunter "Romeo und Julia", "Wie es euch gefällt" und mein Lieblingsstück "Macbeth". Eigentlich sollte man die Stücke alle zehn Jahre lesen oder ansehen. Shakespeare begegnet einem schließlich dauernd, etwa in angelsächsischen Filmen und selbstverständlich in der Literatur. Thomas Brasch macht diese Pflicht zur Kür.

Thomas Brasch: Shakespeare-Übersetzungen, Insel Verlag, 608 Seiten, 29,90 Euro.