Majoliken-Teller

Niedersachsen verliert Rechtsstreit um Teller aus dem 16. Jahrhundert

Im Rechtsstreit um drei kostbare Keramikteller aus dem 16. Jahrhundert hat das Land Niedersachsen den Kürzeren gezogen.

Das Landgericht Braunschweig stellte fest, dass das Land nicht Eigentümer der italienischen Majoliken-Teller ist. Damit gab die 9. Zivilkammer der Feststellungsklage eines Kunsthändlers aus Bayern statt, der die Teller im vorigen Jahr für mehr als 300 000 Euro bei einer Kunstauktion in Quedlinburg erworben hatte.

Das Braunschweiger Herzog Anton-Ulrich Museum hatte behauptet, Eigentümer der drei Kunstobjekte zu sein. Sie waren dem Museum im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Allerdings stellte das Gericht fest, dass die Teller Anfang der 70er Jahre in den Besitz eines Mannes übergegangen waren, der sie von seiner Ehefrau als Geschenk bekommen hatte. Die Familie hatte die Teller 1963 von einer Antiquitätenhändlerin aus Leipzig gekauft. Nach deutschem Recht geht gutgläubig erworbenes Eigentum nach zehn Jahren in den Besitz des Käufers über.

Die mit mythologischen Motiven bemalten Teller hingen mehr als 20 Jahre lang im Wohnzimmer der Familie.