Fernsehen

Beck für Einstellung von Digitalkanälen bei ARD und ZDF

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat die Einstellung mehrerer Digitalkanäle von ARD und ZDF vorgeschlagen. Es komme darauf an, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk "zeitgemäße, den finanziellen wie programmlichen Herausforderungen entsprechende Strukturen" schaffe, sagte Beck dem Fachmagazin "Promedia".

"Insofern könnte ich mir vorstellen, dass ARD und ZDF zunächst ihre Infokanäle aufgeben und Phoenix als gemeinsamen Ereignis- und Dokumentationskanal stärken."

"Auch sehe ich keine Notwendigkeit, neben den hervorragenden Kultursendern Arte und 3sat zwei weitere öffentlich-rechtliche Kulturkanäle anzubieten", erklärte Beck, der auch Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder ist. Derzeit betreiben ARD und ZDF jeweils drei Digitalkanäle. Neben den jeweils zwei Info- und Kulturprogrammen gibt es die beiden Kanäle ZDFneo und EinsPlus, die vor allem jüngeres Publikum ansprechen sollen.

Beck beurteilte die Aussichten für künftige Gebührenerhöhungen zurückhaltend. ARD und ZDF seien gefordert, künftig stärker Prioritäten zu setzen. "Das bedeutet auch, von der einen oder anderen Aktivität Abstand zu nehmen. Gleichzeitig sehe ich derzeit keinen beitragssteigernden Spielraum für neue inhaltliche Vorhaben." Außerdem müssten die Verwaltungs- und Produktionsapparate der Öffentlich-Rechtlichen rationalisiert werden, so Beck.

Derzeit gehen Experten davon aus, dass die Rundfunkgebühr von 17,98 Euro im Monat mindestens bis Ende 2014 stabil bleiben wird. Bis dahin soll auch geprüft werden, wie sich die Umstellung auf die neue Haushaltsabgabe im Jahr 2013 auswirkt.