Gedenken

Aino Laberenz will Schlingensiefs Biografie fertigstellen

Die Witwe von Christoph Schlingensief, Aino Laberenz, will die unvollendete Biografie ihres verstorbenen Mannes fertigstellen. "Jetzt habe ich die Kraft, da ranzugehen", sagte die 30-jährige Kostümbildnerin. Sie hoffe, dass dadurch "ein schöner Zugang zu seinem Kosmos" geschaffen werde.

Der Regisseur Schlingensief war im August 2010 an Lungenkrebs gestorben. Laberenz sagte, Schlingensief habe seine Biografie Anfang 2010 gestoppt, "weil er damit unzufrieden war und sie noch mal überarbeiten wollte". "Er hatte Scham vor einer Autobiografie und war sich sehr unsicher", erklärte Laberenz. Es gebe stapelweise von ihm geschriebenes und aufgenommenes Material.

Darüber hinaus plane sie Ausstellungen mit Teilen des Nachlasses. "2013 sind zwei große Ausstellungen geplant, in den Kunst-Werken Berlin und im Folkwang Essen", sagte Laberenz. Bei der Realisierung des von Schlingensief geplanten Operndorfes gebe es Fortschritte. Als Unterstützer seien Dirigent Daniel Barenboim und Cap Anamur-Gründer Rupert Neudeck gewonnen worden. Barenboim wolle ein Benefizkonzert dirigieren, Neudeck werde mit seinen Grünhelmen beim Bau der Krankenstation mitarbeiten, sagte Laberenz. Mit dem Bau solle möglichst bereits im kommenden Jahr begonnen werden. Dafür müsse sie allerdings noch weitere Spenden sammeln. Benötigt würden insgesamt rund 500 000 Euro.