Alexander von Zemlinsky

Kirill Petrenko ehrt einen verdrängten Komponisten

Kirill Petrenko übernimmt im Herbst 2013 die musikalische Leitung der Bayerischen Staatsoper München von Kent Nagano, der der Dauerkämpfe mit seinem Intendanten Nikolaus Bachler müde ist. Die Zukunft gehört Petrenko.

Nach vielen erfolgreichen Jahren an der Komischen Oper Berlin wachsen ihm nun neue Aufgaben zu. Dass er sie zu erfüllen versteht, wies er jetzt in der Philharmonie an der Spitze der Staatskapelle eindrucksvoll nach. Mit der "Lyrischen Sinfonie in sieben Gesängen" von Alexander von Zemlinsky hatte er schon zu Anfang des Abends das Hauptwerk vorgestellt. Maria Bengtsson, Sopran, und Bo Skovhus, Bariton, waren die ausgezeichneten Solisten.

Zemlinsky hatte sich als Vorbild seiner Komposition deutlich Gustav Mahlers "Lied von der Erde" gewählt: einen Liederzyklus, gestützt auf ein Sinfonieorchester und von ihm reich mit Zwischenspielen gesegnet. Er folgte Schönbergs radikalem Weg zum Neuen nicht. Das rächte sich später bitter. Die Aggressivität der Schönberg-Schule und das Genie ihrer Verfechter schoben Zemlinskys Werk rabiat beiseite. Jede Aufführung seines Werks kommt daher noch immer einer Rehabilitierung gleich. Petrenkos sorgsame und wohlbedachte Aufführung der "Lyrischen Sinfonie" unterstützt daher die überfällige Ehrenrettung Zemlinskys.

( Gtl. )