Fernsehen

ZDF ignorierte jahrelang verbindliche Sparvorgaben

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat das ZDF wegen seiner Personalpolitik scharf kritisiert. Der Sender habe jahrelang verbindliche Sparauflagen missachtet und statt die geforderten Stellenkürzungen umzusetzen sogar Personal aufgestockt, wie der "Spiegel" unter Berufung auf den neuen Bericht der KEF-Prüfer berichtete.

Der Bericht belege, dass im Vergleich zu 2008 die Planung "eine Steigerung von 308 besetzten Stellen" zeige. Gegenüber der KEF habe das ZDF erklärt, es habe wegen neuer Digitalangebote unerwarteten zusätzlichen Personalaufwand gehabt. Die Kommission habe jedoch Zweifel, ob nicht bereits 2009 diese Entwicklung "erkennbar war und vom ZDF gegenüber der Kommission hätte dargelegt werden müssen".

ZDF-Verwaltungsdirektor Hans Joachim Suchan sagte: "Beim Personal haben wir in den letzten Jahren versäumt, rechtzeitig anzupassen". Nach den neuen Sparvorgaben muss das ZDF in den nächsten vier Jahren 75 Millionen Euro beim Personal einsparen. Die Senderspitze habe deshalb einen Einstellungsstopp verfügt.