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Ich lese gerade ... Julie Orringer: Die unsichtbare Brücke

Dieter Hombach (58), Buchhandlung am Fellbacher Platz, Heinsestr. 25, Hermsdorf: Julie Orrigenrs Familienepos "Die unsichtbare Brücke" wird immer wieder in einem Atemzug mit Tolstoi und Stendhal genannt. Eigentlich stehe ich solchen Vergleichen skeptisch gegenüber, ich dachte, die Zeit für diese Art Literatur sei vorbei. Der Roman hat mich eines Besseren belehrt. Ab 1937 einen üppigen Bogen spannend, wird die Geschichte der ungarisch-jüdischen Familie Lévi erzählt. Der junge Andras Levi lernt während seines Studiums in Paris die Ballettlehrerin Claire Morgenstern kennen und lieben. Beide stammen aus Budapest. Als sie im Zweiten Weltkrieg dorthin zurückkehren müssen, holt sie ein Geheimnis aus Claires Vergangenheit ein. Es beginnt ein Kampf ums Überleben. Intensiv schildert Orringer den Schrecken von Krieg und Diktatur. Dabei entfächert sie ein facettenreiches Panorama mit einer anrührenden Liebesgeschichte.

Julie Orringer: Die unsichtbare Brücke, Kiepenheuer & Witsch, 832 Seiten, 24,95 Euro.