Berühmte Werke

Plötzlich gilt die Schriftstellerin als "Kassandra"-Ruferin

Die Erzählung "Kassandra" erschien 1983 zugleich in Ost und West. Darin werden die Ereignisse des Trojanischen Krieges aus der Perspektive der Königstochter und Seherin Kassandra kommentiert.

Der Schriftstellerin geht es um den Geschlechterkampf und um die Gefährdung des Friedens. Die Geschichte entstand in Zeiten des atomaren Aufrüstens. Darüber hinaus wird die Erzählung gleichnishaft auch als innere Auseinandersetzung Christa Wolfs mit ihrer Rolle in der DDR gelesen. Es geht um die Frauenbewegung (Arisbe), den Staatsapparat (Priamos), die Stasi (Eumelos). Ihr Buch gehörte zur Standardlektüre der DDR-Intellektuellen.

Kassandra Erstveröffentlichung 1983. Luchterhand, 163 Seiten, 15 Euro.