Wiedereröffnung

Sophiensäle melden sich nach Sanierung zurück

Dass die Handwerker das Hinweisschild zur Sanierung der Sophiensäle gerade in dem Augenblick abnehmen, als die Journalistengruppe im Innenhof steht, ist sicherlich Zufall. Und verspricht ein bisschen mehr als gehalten wird

Zwar gibt es am morgigen Freitag ein Fest anlässlich der Wiedereröffnung, aber ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht. Einige Flächen müssen noch gestrichen werden, die Treppe zum Festsaal bekommt noch einen Linoleumbelag. Aber die abblätternde Farbe an den Wänden und den Decken bleibt zum Verdruss der Handwerker (die wollten lieber alles hübsch machen) und signalisiert, dass die Sophiensäle trotz Sanierung ein Ort mit dem Flair des Morbiden bleiben.

Die neuen Brandschutztüren aus Stahl - es gibt jetzt drei Zugänge zum Festsaal und einen separaten Aufgang zum Hochzeitssaal, dadurch soll es künftig weniger gedrängt zugehen - werden noch durch die alten Holztüren kaschiert, sagt Kerstin Müller, die Geschäftsführerin der Sophiensäle. Jahrelang wurde um die Sanierung gestritten, die von der Lottostiftung mit rund 2,3 Millionen Euro maßgeblich finanziert wurde, eine halbe Million steuerte der Besitzer der Immobilie bei. Der Mietvertrag läuft über 15 Jahre, sonst hätte es keine staatlichen Zuschüsse in dieser Höhe gegeben. Nicht nur die Künstler (neue Garderoben und sanitäre Einrichtungen), auch die Zuschauer profitieren von den Arbeiten: Die neue Be- und Entlüftungsanlage sollte gewährleisten, dass der Besuch einer Vorstellung im Sommer nicht mehr so schweißtreibend ist. Außerdem gibt es neue Stühle.

Und für die Sophiensäle eine neue künstlerische Leiterin: Franziska Werner. Sie kennt die Sophiensäle, war dort seit 2008 als Dramaturgin tätig. Ihre Aufgabe dürfte auch sein, die Sophiensäle, um die es nicht nur wegen der Sanierung etwas ruhiger geworden ist, wieder in den öffentlichen Fokus zu rücken. Das müsste schon mit der ersten Theaterproduktion (ab 9.12.) gelingen: In Tschechows "Kirschgarten" treten unter anderem die Film- und Fernsehstars Devid Striesow ("Drei") und "Tatort"-Kommissar Joachim Król auf. Klingt nach guter Planung. Sei aber Zufall gewesen, sagt Franziska Werner bescheiden.